Active Directory Server im RZ

Vor ein paar Tagen saß ich in der Informatik Fachkonferenz meiner Schule, in welcher das Thema neuer Server für die Informatik angesprochen wurde. Dieses Thema kursiert schon länger bei uns, da der aktuelle “Server”, ein Dell Tower mit 2 GB Ram und vielen IDE-Platten, einfach völlig überlastet ist. Auch das Netzwerk ist sehr schlecht, aber darauf mag ich erstmal garnicht kommen.

Der Server stellt jedenfalls unter anderem folgende Dienste bereit:

  • Active Directory
  • FileServer
  • AntiVir Management Server
  • WSUS
  • MySQL
  • IIS
  • Internet Gateway
  • DHCP-Server
  • DNS-Server

Laufen tut das ganze auf Windows Server 2003 R2 32 bit. Meist wird das ganze dann noch direkt über die laufende Oberfläche administriert, dass der Server auch ja noch weniger Leistung für die anderen Dienste zur Verfügung hat. Zudem ja, es ist keinerlei Internet Filtersoftware im Einsatz, Schüler/innen können alle Webseiten nach belieben öffnen.

Um wieder auf die Konferenz zurück zu kommen, dort waren unter anderem 2 Elternteile, welche als IT Consultants tätig sind. Als es auf das Thema Server kam schlugen diese sofort vor das ganze doch auf dedizierte Hardware im Rechenzentrum auszulagern, auf einem Server für vielleicht so 50 Euro im Monat. Abgesehen davon dass ich nicht weiß wie sich das ganze mit DSL 6000 und 35 Clients von der Geschwindigkeit her lösen soll, habe ich auch noch nie von einem outgesourctem Active Directory, FileServer und Internet Gateway gehört.

Nach einiger Zeit habe ich die Herren dann davon überzeugen können, dass die Idee den Server outsourcen eine nicht nur bescheidene Idee ist sondern auch noch den Unterrichts-Fluss mehr verzögert als jetzt schon kam dann die Idee, einfach einen Client-Rechner umzurüsten. Ich muss echt sagen, ich bin geschockt was heutzutage studierte IT Consultants für Ideen haben. Gerade wenn das Fach Informatik in einem Studium umfassend aufgerollt wurde sollten eigentlich genug Kenntnisse da sein, dass nicht nur Windows XP oder 7 mit der eingebauten Oberfläche bedient werden kann, sondern auch bekannt ist wie Netzwerke geplant werden sollten.

Das genialste fand ich dann noch, als einer der Eltern von sich gab, dass man mit Linux ja nicht effektiv arbeiten kann und man in Schulen und allgemein ja entweder Windows oder “Macintosh” nutzen soll. Klar, ich habe auch einen Mac und bin recht zufrieden damit, aber wieso kann man bitte mit Linux nicht effektiv arbeiten? Seit mehreren Jahren ist mein Hauptrechner nun Linux-powered, seit ca. einem Jahr mit Fedora Linux. Zudem arbeiten diverse Entwickler nur noch mit Linux auf ihren Firmenrechnern, da diese bspw. wegen Versionskontroll-Software wie git oder svn die Konsole nicht mehr missen möchten.

Auch habe ich die Bezeichnung Macintosh für Apple-Rechner schon lange nicht mehr gehört. Seit mehreren Jahren spricht man nur noch von Mac’s, einfach schon weil es kürzer ist und die Rechner inzwischen iMac, MacBook etc. heißen. Bitte liebe Consultants, legt doch manchmal die Dollar-Zeichen aus den Augen und schaut einmal auf den aktuellen Markt was wie inzwischen gelöst wird, was Sinn macht und was nicht. Ersparnis im ersten Moment ist zudem nicht zwangsweise günstiger. Rechnet man mal folgendes:
1 Server für die Schule = 2.000 Euro (geschätzt)
1 Server im RZ monatl. = 50 Euro (geschätzt)
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Ein paar Jahre später:
1 Server für die Schule = 2.000 Euro (immer noch, da gekauft)
2 Jahre Servermiete = 1.200 Euro + Verlust von Unterrichtszeit durch Datenübertragungszeit + Ausfall von Unterricht falls die Leitung zur Schule zusammen bricht.

Was ist hier wohl sinnvoller?

Wie gesagt, immer wieder spannend was studierte Menschen für Ideen haben. Ein schönes Restwochenende allen lesern noch :)



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